Rückblick in die Geschichte – 73 Jahre Fachdienst „SEG Rettungsdienst“

Bereits in den ersten Jahren der Nachkriegszeit steht die Honnefer DRK-Bereitschaft für medizinische Erstversorgung in Bad Honnef. 1948 konnte mit der finanziellen Unterstützung von Siegfried Westhoven ein Kraftzeug zum schnellen Krankenwagen umgebaut und in Dienst gestellt werden. Nach dessen Verschrottung wenige Jahre später, beschaffte die Bereitschaft einen neuen Krankentransportwagen. Die steigenden Zahlen von Verkehrs-, Sport- und Betriebsunfällen führten im November 1965 zum Kauf eines Rettungswagens für Bad Honnef, der durch die wesentliche Unterstützung der Stadtverwaltung und des Ortsvereins Bad Honnef beschafft werden konnte.

Aus der Honnefer Volkszeitung ist übermittelt: „Als Spezialfahrzeug für Krankentransporte gebaut, ist er ausgerüstet mit zwei Tragen für Schwerverletze, Sitzgelegenheiten für den Arzt und das Helferpersonal sowie mit allen notwendigen Sanitätsgeräten, Feuerlöscher, Arztschild („Arzt gesucht“). Springleuchten zur Absicherung von Unfallstellen, reflektierenden Sicherheitsüberwürfe für nächtliche Einsätze auf den Straßen runden die Ausrüstung ab. Den wichtigsten Ausrüstungsgegenstand bildete ein Funksprechgerät.“ Das Bonner Polizeipräsidium genehmigte den Honnefer DRK Helfern, den Polizeifunk zu nutzen, so konnten schon frühzeitig Nachrichten an Ärzte und Krankenhäuser übermittelt werden. Bereits am 01. Juni 1966 wurden ein ständiger Rettungsdienst eingerichtet. Die Helfer dieses Notfallteams wurden gesondert ausgebildet und regelmäßig von Ärzten geschult. Im Februar 1969 konnte die Versorgung der Bevölkerung beim schweren Schneetreiben mit Unterstützung der Bereitschaftsärzte sichergestellt werden. Im Bericht von 1971 konnten damals beeindruckte Zahlen präsentiert werden. So wurden bis dahin 378 Notfallfahrten mit 8734 km durchgeführt werden, davon 85 Fahrten während der Nachtzeit. Insgesamt wurden 425 Kranke und Verletzte befördert und 18.217 Dienststunden geleistet.

Im Jahr 1989 wurde der Rettungsdienst in Deutschland revolutioniert: Neue Gesetze und Verordnungen regelten und standardisierten ab sofort die Ausbildung der Rettungskräfte und die mitzuführende Ausrüstung von Rettungs- und Krankenwagen. Das machte die Neuanschaffung eines neuen Krankentransportwagens – eines „Mercedes Bonna 211“ Hoch-Lang-KTW nötig. Neben der Beladung nach DIN waren die Helfer vor allem Stolz auf kleines tragbares EKG Gerät, welches zu diesem Zeitpunkt noch keine gesetzlich vorgeschrieben Ausrüstung war. Hiermit unterstützten die Bad Honnefer den hauptamtlichen Krankentransport in Königswinter und stellten an Wochenenden und in den Abendstunden den Krankentransportdienst im Siebengebirge sicher.  Ein weiteres Aufgabenfeld in den 90ziger war der Rückholdienst, der verunfallte/erkrankte Urlauber in heimatnahe Krankhäuser zurückholt. Ob mit dem ortsvereinseigenen Krankenwagen oder per Charterflug in Zusammenarbeit mit dem DRK Flugdienst. Rund 250 Einsätze führten die Helfer nach Österreich, in die Schweiz, Frankreich, Polen, Rumänien oder Italien.

1999 wurde der erste Rettungswagen der Neuzeit in Dienst gestellt. In den folgenden Jahren wuchs der Fuhrpark auf 3 Rettungs- und 2 Krankenwagen an. Von April 2000 bis März 2016 war der Ortsverein im Auftrage der Krankentransportgesellschaft täglich teilweise mit mehreren Fahrzeugen im Dienst. Weiterhin waren die Kräfte auch im erweiterten Rettungsdienst eingebunden. Ob bei Großveranstaltungen wie die Fußballweltmeisterschaften, die Loveparade im Ruhrgebiet oder die Veranstaltungen im Siebengebirge und dem Rhein-Sieg-Kreis, der Fachdienst unterstützte weiterhin mit Fahrzeugen, Rettungsfachkräften und Material.

Seit März 2016 beschränken sich die ehrenamtlichen Helfer nun wieder ausschließlich bei Veranstaltungen und Großschadenslagen mit der medizinischen Versorgung der Bevölkerung. Aktuell stehen ein Mannschaftswagen mit Material zur Erstversorgung von 10 Patienten sowie ein Kranken- und Rettungswagen zu Verfügung. Dazu kann der Ortsverein auf 16 Sanitäter, 5 Rettungshelfer, 8 Rettungssanitäter, 14 Rettungsassistenten / Notfallsanitäter und 3 Ärzte zurückgreifen. In der 73jährigen Fachdienstgeschichte des Ortsverein wurden rund 27.500 Menschen rettungsdienstlich versorgt und über 26.000 Transporte durchgeführt.